
Biotechnologie
Australien ist der führende Biotechnologiemarkt des asiatisch-pazifischen Raums: es gibt 470 spezialisierte Biotechnologieunternehmen, von denen 48,9% in der Humantherapie tätig sind. Die Marktkapitalisierung der 120 börsennotierten australischen Biotechfirmen betrug 2009 insgesamt 31,2 Milliarden Australische Dollar.
Forschung
Diverse Forschungsinstitute mit Weltruf sind in Australien beheimatet, wie das Garvan Institute, das Institute for Molecular Science der University of Queensland, die John Curtin School of Medical Research der Australian National University sowie das Walter and Eliza Hall Institute.
Nicht zuletzt Dank australischer Forschung wurden neuartige Durchbrüche bei Penicillin, Cochleaimplantaten und der Diagnose und Behandlung von Schlaf-Apnoe und Asthma erzielt.
Neun Australier erhielten bislang einen Nobelpreis für ihre Arbeiten in der Medizin oder in verwandten Bereichen, wie z. B. Barry Marshall und Robin Warren im Jahre 2005. Diese entdeckten den Zusammenhang zwischen Helicobacter pylori und Magengeschwüren.
Besonders in den Bereichen Molekulargenetik, Malaria, Epilepsie, Immunologie, Impfstoffentwicklung, Übergewicht, Diabetes, Neurowissenschaft, Stammzellen und regenerative Medizin haben australische Forschungsinstitute und Universitäten Herausragendes geleistet. 2006 wurde Professor Ian Frazer als Australier des Jahres ausgezeichnet und bekam den prestigeträchtigen amerikanischen William B. Coley-Preis für seine Forschung nach einem Impstoff gegen den Papilloma-Virus, der als eine der Hauptursachen für Gebärmutterhalskrebs gilt.
Internationale Kooperationsmöglichkeiten und Forschungsinfrastruktur
Australische Firmen weisen eine große Erfahrung in internationalen Kooperationen auf und bieten sich folglich für eine Zusammenarbeit an. Von 70% der im Jahr 2008 bekannt gegebenen Kooperationen australischer Life Science Firmen mit ausländischen Unternehmen und Organisationen waren 101 mit amerikanischen, 100 mit europäischen und 57 mit asiatischen Firmen.
Australien hat eine weltweit führende Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur und unterstützt diesen Bereich durch steuerliche Konzessionen. Das aktualisierte Tax Credit System wurde 2010 als das beste weltweit ausgezeichnet.
Transparentes und effizientes Regulierungssystem
Nicht zuletzt wegen der Transparenz und Effizienz des australischen Regulierungssystems gilt Australien als der weltweit einfachste Ort zur Unternehmensgründung; in der Regel sind alle Formalitäten in zwei Tagen erledigt. Beim Copyright- und Patentschutz rangiert Australien weltweit in den Top 12 und in den Top 3 in Asien.
Zwischen Australien und den wichtigsten internationalen Regulierungsbehörden existieren gegenseitige Anerkennungsabkommen (MRAs), so zum Beispiel beim Thema Therapeutika mit der Europäischen Union, Singapur und Kanada. Diese Vereinbarungen ermöglichen eine einfache und effiziente Anerkennung von Produktionsstätten in Australien und erleichtern dadurch den internationalen Handel. Das regulatorische Umfeld Australiens ermöglicht verläßliche Datenerhebung und wettbewerbsfähige Preise gerade bei klinischen Studien, die in vielen anderen Staaten u. a. den USA und Europa anerkannt werden.
Marktsegmente
Besonders starke Segmente im australischen Biotechnologie-Markt sind:
- Nano-Biotechnologie
- Stammzellenforschung
- Onkologie
Beispiele von in Australien entwickelten Medikamenten, die von internationalen Firmen vermarktet werden:
- CSL – Gardasil (Impfung gegen Gebährmutterhalskrebs) – vermarktet von Merck & Co., Inc.
- Biota – Relenza (Grippemittel) – vermarktet von GlaxoSmithKline
- Peptech (jetzt Arana Therapeutics) – hält Patente/Copyrights im Bereich TNF-Blocker – Remicade – vermarktet von Centocor, and Humira – vermarktet von Abbott Laboratories
- Sirtex Medical – Leberkrebs Medikament – SIR-Spheres
- Acrux – ein Spray gegen Wechseljahrsbeschwerden – EvaMist – in den USA von KV Pharmaceuticals 2008 eingeführt
Quellen: Hopper and Thorburn, 2008 BioIndustry Review, Australia and New Zealand | World Competitiveness Yearbook 2009 | Competitive Alternatives 2010 Special Report: Focus on Tax, KPMG
